NEWS
Sommerhitze: Lebensgefahr für Tiere im Auto
Ein kurzer Einkauf, ein paar Minuten Wartezeit oder ein schneller Zwischenstopp – was harmlos klingt, kann für Hunde, Katzen und andere Tiere im Auto innerhalb kürzester Zeit lebensgefährlich werden.
Warum Hitze im Auto so gefährlich ist
Schon bei Außentemperaturen unter 30 °C kann sich der Innenraum eines Autos sehr schnell stark aufheizen. Temperaturen von über 65 °C sind dabei möglich. Für Tiere bedeutet das eine enorme Belastung, denn ihre körpereigene Wärmeregulierung – etwa durch Hecheln – reicht bei großer Hitze oft nicht mehr aus.
Steigt die Körpertemperatur rasch auf über 40 °C, kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen: Hitzschlag, Atemnot, Kreislaufzusammenbruch, Bewusstlosigkeit, Organschäden und im schlimmsten Fall der Tod innerhalb weniger Minuten.
Besonders gefährlich: Schon wenige Minuten können reichen
Viele Tierhalterinnen und Tierhalter unterschätzen, wie schnell sich ein Fahrzeug in der Sonne aufheizen kann. Auch wenn das Auto im Schatten abgestellt wurde, kann sich die Situation rasch verändern – etwa wenn die Sonne wandert oder sich die Außentemperatur weiter erhöht. Besonders kritisch ist, dass Tiere ihre Körpertemperatur nicht so effektiv regulieren können wie Menschen. Hunde und Katzen können kaum schwitzen und sind daher deutlich schneller überfordert.
Selbst vermeintlich kurze Erledigungen können länger dauern als geplant. Eine Warteschlange an der Kassa, ein kurzes Gespräch oder eine Verzögerung reichen aus, damit aus wenigen Minuten eine lebensbedrohliche Situation wird. Deshalb gilt: Tiere gehören an heißen Tagen niemals unbeaufsichtigt ins Auto.
Bitte niemals Tiere im Auto zurücklassen
Lassen Sie Ihr Tier niemals im Auto zurück – auch nicht „nur kurz“ und auch nicht bei geöffnetem Fenster. Ein offenes Fenster schützt nicht zuverlässig vor Überhitzung und verhindert nicht, dass sich der Innenraum gefährlich aufheizt.
Warnzeichen eines Hitzschlags bei Tieren
Ein Hitzschlag ist ein akuter Notfall. Je früher die Symptome erkannt werden, desto schneller kann geholfen werden. Mögliche Anzeichen sind starkes Hecheln, Unruhe, Taumeln, Schwäche, glasige Augen, stark gerötete Schleimhäute, Erbrechen, Durchfall, Teilnahmslosigkeit oder Bewusstlosigkeit. Auch eine sehr hohe Körpertemperatur kann ein Hinweis auf eine gefährliche Überhitzung sein.
Bei Verdacht auf einen Hitzschlag sollte rasch tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Eine Überhitzung kann innere Organe schädigen und auch dann noch gefährlich sein, wenn sich das Tier äußerlich zunächst wieder etwas beruhigt.
Was tun, wenn Sie ein Tier in einem überhitzten Auto entdecken?
Bewahren Sie Ruhe, holen Sie Hilfe und verständigen Sie im Notfall sofort die zuständigen Stellen. Tierliebe bedeutet Verantwortung – besonders an heißen Tagen.
Erste Hilfe: So handeln Sie richtig
Bringen Sie das Tier, wenn möglich, sofort an einen kühlen, schattigen Ort und bieten Sie Wasser an. Beginnen Sie mit einer vorsichtigen Kühlung, zum Beispiel mit feuchten Tüchern oder lauwarmem Wasser. Verwenden Sie kein eiskaltes Wasser, da dies den Kreislauf zusätzlich belasten kann. Wichtig ist außerdem, so rasch wie möglich eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu kontaktieren.
Wenn Sie ein fremdes Tier in einem stark aufgeheizten Auto entdecken, versuchen Sie zunächst, die Besitzerin oder den Besitzer ausfindig zu machen. Ist das Tier bereits sichtbar in Not, verständigen Sie umgehend die zuständigen Stellen. Handeln Sie besonnen, aber zögern Sie nicht, Hilfe zu holen.
Unsere Tipps für sichere Sommertage mit Tier
- Planen Sie Autofahrten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.
- Nehmen Sie immer ausreichend Wasser für Ihr Tier mit.
- Vermeiden Sie längere Wartezeiten im Auto.
- Lassen Sie Ihr Tier bei Erledigungen lieber zu Hause, wenn es dort kühl und sicher untergebracht ist.
- Achten Sie besonders auf ältere Tiere, Jungtiere, übergewichtige Tiere sowie Tiere mit Herz- oder Atemwegserkrankungen.
Für Rückfragen oder im Notfall erreichen Sie die Tierklinik St. Veit unter: 03453 / 4190




